Was Sie in Bologna an einem Tag sehen sollten: Geschichte, Geheimnisse und echte Genüsse
Bologna ist eine Stadt, die überquillt. Sie gibt sich nicht mit einer einzigen Beschreibung zufrieden, sondern trägt gleich drei Beinamen: la Dotta, die Gelehrte, wegen ihrer tausendjährigen Universität; la Grassa, die Fette, wegen einer Küche zum Fingerlecken; la Rossa, die Rote, wegen der vorherrschenden Farbe ihrer Dächer und ihrer Arkaden.
Wo Bologna liegt und warum sein Charakter einzigartig ist
Um besser zu verstehen, welcher Geist hier weht, beginnen wir mit der Lage. Bologna liegt an einem beneidenswerten Ort, dort wo die Poebene auf die ersten Höhenzüge des Apennins trifft. Seit jeher dient dieser strategische Punkt als Drehscheibe zwischen Nord- und Mittelitalien. Diese geografische Lage schenkt nicht nur einzigartige Ausblicke, sondern macht die Stadt zu einem unumgänglichen Durchgangsort und zu einem lebendigen Kreuzungspunkt der Kulturen. Daher rührt jener offene und gastfreundliche Charakter, für den ihre Bewohner seit jeher bekannt sind.

Beginnen wir nun unseren Tag in Bologna. Dass Sie bequeme Kleidung und gutes Schuhwerk brauchen, versteht sich von selbst, denn wir legen die gesamte Strecke zu Fuß zurück. Bedenken Sie außerdem, dass Sie für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten einen ganzen Tag einplanen sollten.
Piazza Maggiore und die Basilika San Petronio
Das Herz der Stadt ist die Piazza Maggiore, das wahre Wohnzimmer Bolognas: ein riesiger Platz, auf dem das Leben zwischen den Tischen der Cafés und dem unablässigen Rhythmus der Passanten fließt. An einer Seite des Platzes erhebt sich die Basilika San Petronio, die mit ihrer imposanten, halb fertigen Fassade die Szene beherrscht: ein überaus ehrgeiziges Bauwerk, das wegen politischer Ränkespiele nie vollendet wurde und gerade deshalb einen ganz eigenen Reiz bewahrt. Das Innere der Basilika besticht durch eine schlichte, klare Ästhetik, bereichert durch Fresken, hohe Decken und farbige Glasfenster. Besonders sehenswert ist der berühmte Meridian von Cassini, der längste der Welt, der sich über 67 Meter über den Marmorboden zieht.

Der Neptunbrunnen und die Zwei Türme
Nur wenige Schritte vom Platz entfernt thront die majestätische Statue des Neptun, von den Bolognesern liebevoll „il Gigante“, der Riese, genannt, mit ihren großartigen, von Giambologna geschaffenen Bronzeformen in der Mitte des gleichnamigen Brunnens. Wenn Sie dann den Blick heben, fallen Ihnen unweigerlich die Zwei Türme ins Auge, die Garisenda und die Asinelli, die sich fast schon herausfordernd neigen und mit ihren 48 und 97 Metern Höhe zu den unbestrittenen Wahrzeichen der Stadt zählen. Um sie zu erreichen, verlassen Sie den Bereich der Plätze und nehmen die Via Rizzoli, die Hauptstraße quer durch das Zentrum: Ein kurzer Spaziergang von rund 400 Metern bringt Sie an den Fuß der Türme.

Normalerweise können Sie den Turm Asinelli besteigen und werden nach 498 Stufen mit einem atemberaubenden Blick belohnt, der die gesamte Altstadt umfasst und bis zu den Hügeln reicht. Derzeit ist der Aufstieg jedoch wegen der Sicherungsarbeiten an der Garisenda gesperrt: Vor Ihrem Besuch sollten Sie die Wiedereröffnung auf den offiziellen Kanälen von Bologna Welcome prüfen. Ein schöner Ausblick über die Stadt erwartet Sie ersatzweise vom Uhrturm, dem Torre dell’Orologio, direkt an der Piazza Maggiore.

Mittagspause in den historischen Osterien: willkommen in der „Grassa“
Als Belohnung für den Spaziergang ist es nun an der Zeit, dem zweiten Beinamen Bolognas gerecht zu werden: la Grassa. Wenn Sie bereit sind, steuern wir die historischen Osterien der Stadt an. Die Wahl fällt schwer, so groß ist das Angebot an guten Adressen: darunter die Osteria dell’Orsa, wo Sie handgemachte Klassiker wie Tagliatelle al ragù, Lasagne und Tortellini probieren können, oder die Osteria Bottega mit hervorragenden Wurstwaren und ausgesuchten Zutaten.

Nachdem Sie der bolognesischen Küche Ihre Reverenz erwiesen haben, bleibt für alle, die mögen, noch Zeit für einen guten Espresso, und dann geht es weiter.
Das Fensterchen in der Via Piella und das kleine Venedig
Um das üppige Mittagessen zu verdauen, gehen wir in Richtung Via Piella, wo Sie eine willkommene Überraschung erwartet: das berühmte Fensterchen, die finestrella. Öffnen Sie den kleinen Holzladen, und vor Ihren Augen tut sich ein regelrechtes „kleines Venedig“ auf, mit dem Canale delle Moline, der verborgen zwischen den bunten Häusern fließt: ein Stadtbild wie von einer Postkarte aus einer anderen Zeit. Dieser einzigartige Blick offenbart ein ungeahntes Gesicht der Stadt, denn Bologna war einst von schiffbaren Kanälen durchzogen, die zwischen dem ausgehenden 19. und dem 20. Jahrhundert überbaut wurden.

Der Komplex von Santo Stefano: die Sieben Kirchen
Wir lassen das kleine Venedig hinter uns und tauchen in den Charme der Via Santo Stefano ein. Geschützt von den Arkaden, dem UNESCO-Welterbe, das jeden Spaziergang in Bologna zu einem einzigartigen und wettergeschützten Erlebnis macht, erreichen wir einen der mystischsten und stimmungsvollsten Orte der Stadt: den Komplex von Santo Stefano, von den Bolognesern „Sette Chiese“, die Sieben Kirchen, genannt. Der Platz wird hier von einem alten Geflecht sakraler Bauten beherrscht, und einzutreten ist wie eine Reise ins Mittelalter: eine Abfolge von Kreuzgängen, Höfen und Kapellen, die ineinandergreifen.

Versäumen Sie nicht die Kirche des Kruzifixes mit ihrem erhöhten Presbyterium und ihrer intimen, eindrucksvollen Atmosphäre; die Kirche des Heiligen Grabes, das pulsierende Herz der Anlage, mit dem Tempietto, der an das Heilige Grab in Jerusalem erinnert; und den wunderschönen Pilatushof. Er zählt zu den reizvollsten Winkeln der gesamten Anlage und wurde angelegt, um jenen steinernen Hof in Jerusalem nachzubilden, in dem Pontius Pilatus Jesus zum Tode verurteilte. In der Mitte steht das berühmte „Catino di Pilato“, das Becken des Pilatus, eine große Schale aus Kalkstein aus langobardischer Zeit, während Sie oben zwischen den Säulen des Portikus die kuriose Steinskulptur eines Hahns entdecken können, die an die Verleugnung des Heiligen Petrus erinnert.
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Wo Sie in der Nähe von Bologna übernachten: Wir erwarten Sie im Podere Zampiera Vecchia
Was sollen wir sagen? Hat diese Reise durch die Schönheiten Bolognas und die echten Aromen seiner Küche Sie zumindest ein wenig verzaubert? Wenn Sie die Entdeckung dieses herrlichen Landstrichs über die Stadtgrenzen hinaus fortsetzen und das Umland von Imola kennenlernen möchten, besuchen Sie uns im Podere Zampiera Vecchia, etwa eine halbe Stunde von Bologna entfernt: Wir freuen uns darauf, Sie zu beherbergen und Ihnen einen traumhaften Aufenthalt zu bereiten. Eingebettet in einen zertifizierten Biobauernhof verbindet unser Agriturismo die herzliche Gastfreundschaft eines Zuhauses mit dem Reiz der Natur.
Bildnachweis, Bilder von Wikimedia Commons: Piazza Maggiore von oben von Ingo Mehling, Fassade von San Petronio von Congolandia.g, Neptunbrunnen von Lary3lary, Fensterchen in der Via Piella von Donatella Bajo und Tagliatelle al ragù von Petar Milošević (CC BY-SA 4.0); Dächer von Bologna von Ввласенко (CC BY-SA 3.0); Zwei Türme von Fred Romero und Komplex von Santo Stefano von Ștefan Jurcă (CC BY 2.0). Bilder gegenüber den Originalen verkleinert.